Hilfe bei sexualisierter Gewalt
Betroffene von sexualisierter Gewalt im kirchlichen Raum können sich bei unterschiedlichen Anlaufstellen sowie kostenlosen und anonymen Beratungsstellen melden. So verschieden die Erfahrungen sind, die Betroffene von sexualisierter Gewalt gemacht haben, so unterschiedlich sind die Bedürfnisse nach Kontaktaufnahme. Eine Übersicht über die Angebote finden Sie in der unten angefügten Datei.
Im Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald sind Dekan Dirk Schmid-Hornisch und Schuldekan Dirk Boch ansprechbar.
Die Evangelische Landeskirche Baden stellt umfassende Texte und Materialen zum Umgang mit sexualisierter Gewalt, der Haltung der Landeskirche, zu den Themenbereichen Intervention und Prävention, der ForuM-Studie sowie den Meldestellen bereit. Diese können Sie hier einsehen und abrufen.
Konzept zum Schutz vor sexualisierter Gewalt
- Evangelischer Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald -
1. LEITBILD UND SELBSTVERSTÄNDNIS UNSERES KIRCHENBEZIRKS
DAS SIND WIR UND DAS WOLLEN WIR
In unserem Kirchenbezirk sollen Menschen einen Raum zur Begegnung miteinander und mit Gott finden. Wir möchten, dass sie sich sicher und wohl fühlen und ihre Persönlichkeit und ihren Glauben entfalten können. Alle haben das Recht auf den Schutz ihrer Würde und ihrer Gesundheit. Sie haben das Recht auf Schutz vor körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt.
Als Kirche setzen wir uns besonders für Menschen in leiblicher Not, seelischer Bedrängnis sowie sozial schwierigen Verhältnissen ein und versuchen, die Ursachen dieser Not zu beheben. Wir achten die Würde des Individuums. Gewalt in jeglicher Form, insbesondere sexualisierte Gewalt, ist mit diesem Auftrag in keiner Weise vereinbar. Wir verurteilen jede Art von Gewalt aufs Schärfste.
Es ist beschämend, dass in der Vergangenheit und bis heute Menschen, die bei uns in diakonischen
Einrichtungen oder Gemeinden und kirchlichen Arbeitsbereichen nach Gemeinschaft,
Trost, Hilfe oder Orientierung suchen oder uns zur Pflege, Erziehung und
Versorgung anvertraut sind, ausgenutzt oder erniedrigt werden und sexualisierte Gewalt erfahren. Es liegt in der Verantwortung aller haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, damit solche Vorfälle nicht mehr passieren!
Gemeinsam wollen wir eine Kultur des achtsamen Miteinanders und der Verantwortung schaffen und besonders Kinder, Jugendliche und schutz- oder hilfsbedürftige Erwachsene vor Grenzübergriffen und Machtmissbrauch schützen. Daneben schauen wir aber auch auf Abhängigkeitsverhältnisse und asymmetrische Machtstrukturen unter Erwachsenen.
Die Entwicklung dieses Schutzkonzeptes erfolgte auf der Grundlage der Vorgaben der Landeskirche.
An der Erarbeitung waren folgende Personen beteiligt:
Dirk Schmid-Hornisch, Dekan
Dirk Boch, Schuldekan
Elisabeth Roll, Assistenz
Corinna Holst, Assistenz
Franziska Grausam, Bezirksjugendreferentin
Miriam Ebner, Beauftragte für Presse-und Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising
Daniela Hammelsbeck, Beauftragte für Ehrenamt.
Der Bezirkskirchenrat hat diesem Schutzkonzept in seiner Grundfassung am 11.02.2026 zugestimmt. Es wird fortlaufend aktualisiert.
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5. VERHALTENSKODEX UND VERHALTENSREGELN:
DIESE GRUNDREGELN GELTEN FÜR UNSEREN UMGANG MITEINANDER
Alle Menschen begegnen in unserer Kirche dem Evangelium von Jesus Christus und lernen dadurch die Menschenfreundlichkeit Gottes kennen. Beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitende und alle Personen, die kirchliche Angebote in den Einrichtungen wahrnehmen, werden ernst genommen, beteiligt und ihre Grenzen werden respektiert.
Uns ist wichtig, dass alle in unserem Kirchenbezirk auf Personen treffen, die ihnen mit Wertschätzung und Respekt begegnen, ihre Rechte achten, eine Sensibilität für Nähe und Distanz besitzen und sich gegen Gewalt in jeglicher Form aussprechen.
Konkrete Verhaltensregeln in einem bestimmten Arbeitsbereich geben Sicherheit und Orientierung in sensiblen Situationen:
1. Wir schaffen sichere Orte.
Wir wollen, dass alle Menschen in unserem Kirchenbezirk geschützt sind und sich wohl fühlen.
2. Wir achten Grenzen.
Wir fragen nach, wie viel Nähe Menschen möchten, respektieren Abstand und schützen die Intimsphäre. Jeder Mensch hat einen eigenen Willen – den achten wir.
3. Wir handeln transparent.
Unser Handeln ist ehrlich und nachvollziehbar. Wir sprechen respektvoll über andere – auch online und in sozialen Medien. Wir beachten das Recht am eigenen Bild.
4. Wir nutzen Vertrauen nicht aus.
Kinder, Jugendliche, schutzbedürftige Erwachsene und Menschen in Beratungssituationen
vertrauen uns besonders. Dieses Vertrauen würdigen wir.
Wir bauen keine sexuellen Beziehungen zu Menschen auf, die von uns abhängig sind.
Wir ermöglichen das 6‑Augen‑Prinzip.
5. Wir geben und ermöglichen ehrliches Feedback.
Wir sprechen offen miteinander – wertschätzend und konstruktiv.
6. Wir treten Diskriminierung entgegen.
Wir verzichten auf abwertende Worte und Gesten. Wir stellen uns aktiv gegen Gewalt, Diskriminierung, Rassismus und Sexismus.
7. Wir sorgen für sichere Arbeitsbedingungen.
Wir schaffen ein Umfeld, in dem alle Mitarbeitenden geschützt und unterstützt arbeiten können.
8. Wir nehmen Grenzverletzungen wahr.
Wir achten aufmerksam auf alle Formen von Grenzverletzungen – auch wenn sie zunächst unklar erscheinen.
9. Wir hören zu und nehmen Betroffene ernst.
Wenn Menschen von Grenzverletzungen, Machtmissbrauch oder sexualisierter Gewalt erzählen, nehmen wir das ernst und handeln verantwortungsvoll.
10. Im Verdachtsfall handeln wir klar und professionell.
Wir vertuschen nichts.
Wir sprechen Grenzverletzungen offen an und dokumentieren sie.
Wir handeln nach den verbindlichen Regelungen der Evangelischen Landeskirche in Baden und unserer Einrichtung.
Wir holen Unterstützung bei Ansprech‑ und Meldestellen.
6. BESCHWERDEVERFAHREN
FRAGEN UND KRITIK SIND ERWÜNSCHT
Unser Ziel ist es, Fehler im Umgang mit Menschen zu vermeiden.
Die Mitarbeitenden haben daher die Aufgabe, Möglichkeiten für Rückmeldungen, Beschwerden und Verbesserungsvorschläge zu schaffen und Offenheit für solche Gespräche zu signalisieren.
Kinder, Jugendliche, schutz- oder hilfsbedürftige Erwachsene, Eltern/Sorgeberechtigte sowie die haupt- und ehrenamtlich Tätigen sollen wissen, dass es ausdrücklich erwünscht ist, sich mitzuteilen und Rückmeldungen zu geben. Dies gilt insbesondere, wenn Grenzen überschritten und vereinbarte Regeln nicht eingehalten wurden. Die Leitung des Kirchenbezirkes trägt die Verantwortung für einen konstruktiven und wertschätzenden Umgang mit diesen Informationen.
Wir informieren alle Mitarbeitenden über die internen und externen Ansprechstellen und Beschwerdewege. Auch Eltern bzw. Sorgeberechtigte werden über die Ansprechstellen und Beschwerdewege informiert.
Wir achten besonders darauf, dass Kinder, Jugendliche und schutz- oder hilfsbedürftige Erwachsene von diesen Wegen erfahren.
Es ist möglich, Rückmeldungen oder Beschwerden sowohl persönlich als auch anonym mitzuteilen. Eingegangene Rückmeldungen werden von den Verantwortlichen zeitnah bearbeitet, damit Betroffene wissen, dass sie mit ihren Anliegen ernst genommen werden.
Wir fördern eine Feedback- und Fehlerkultur mit folgenden Maßnahmen:
- Veröffentlichung unseres Schutzkonzepts auf der Website
- Aushänge des Verhaltenskodex und den Hinweisen auf Beschwerdewege in den Büros im Dekanat
- regelmäßig: Hinweis zum Schutzkonzept in den E-Mail-Signaturen
Ansprechstellen/ -personen:
Besonders bei Verstößen gegen den Verhaltenskodex und Beschwerden über Grenzverletzungen, können folgende Ansprechpersonen im Kirchenbezirk informiert werden:
- Leitende Hauptamtliche: Dekan Dirk Schmid-Hornisch / Schuldekan Dirk Boch
- Leitende Person des Jugendwerks: Franziska Grausam
Sollten die Vorfälle von den oben genannten Personen ausgehen, gibt es die Möglichkeit, sich an die Ansprechstelle (Ansprechstelle@ekiba.de) im Evangelischen Oberkirchenrat oder an andere Beratungsstellen zu wenden. Diese Möglichkeit gibt es grundsätzlich für alle Vorfälle.
Bernd Lange
Stabsstelle Schutz vor sexualisierter Gewalt
Intervention / Meldung
Kirchliche und unabhängige Beratungsangebote:
https://www.ekiba.de/themen/hilfe-bei-sexualisierter-gewalt/
Jugendamt Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald:
https://www.breisgau-hochschwarzwald.de/Breisgau-Hochschwarzwald/-/BWW+service_bw/dezernat-jugend-und-soziales/oe6012945
Beratungsstelle „Wendepunkt e.V.“ : https://www.wendepunkt-freiburg.de/
Dirk Schmid-Hornisch
Dekan
Vorsitzender des Bezirkskirchenrates
Dirk Boch
Schuldekan
Landessynodaler
Bezirkskirchenrat
