#einfachheiraten
#einfachheiraten
Die Gesellschaft wandelt sich. Das merkt man auch, wenn man sich die Zahl der Trauungen anschaut. Sie sinken – standesamtlich und kirchlich. Warum und wozu wir heiraten, das hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr verändert. Vor 50 Jahren waren es meist - auch - praktische Gründe, aus denen Ehen geschlossen wurden. Angefangen von der geregelten Versorgung bis hin zum leichteren Zugang zu Wohnraum. Heute spielen die Gefühle die größte Rolle, wenn zwei Menschen sich das Ja-Wort geben. Sie wollen damit zum Ausdruck bringen: Wir möchten dauerhaft als Paar zusammenleben.
Die Evangelische Kirche in Deutschland reagiert auf den Wandel: Die Aktion #einfachheiraten am 26.6.26 eröffnet allen Paaren die Chance, ihre Liebe unkompliziert und ohne großen Aufwand segnen zu lassen. Von 11.00 bis 19.00 Uhr. Mit oder ohne vorherige Anmeldung. In einer schönen Kirche wie der Evangelischen Stadtkirche in Müllheim oder an ganz anderen Orten wie auf dem Flugplatz in Müllheim-Zunsingen. Wer evangelisch getraut werden möchte, kommt mit standesamtlicher Eheurkunde. Ein Partner muss dafür evangelisch sein. Alle anderen Paare können sich und ihre Liebe segnen lassen. Einfach.
Manche werden jetzt sicher denken: Die Menschen kommen nicht mehr so wie früher zur Kirche. Jetzt versuchen sie es auf diesem Weg. Ihnen würde ich antworten: So ist es! Wenn Sie davon überzeugt sind, dass es Menschen guttut, mit Gottes Segen durch ihr Leben zu gehen, sie sich aber davor scheuen oder auch nicht die finanziellen oder familiären Möglichkeiten haben, ein großes Hochzeitsfest auszurichten, dann ist es richtig, neue Wege zu gehen: Innerhalb und außerhalb kirchlicher Gebäude. In kurzen, aber alles Wichtige umfassenden Segensfeiern mit Vorbereitungsgespräch, Liedern, Ansprache, Gebet und Segen. Und natürlich einem Glas zum Anstoßen hinterher!
Ich glaube, auch das gehört zum Wandel in unserer Gesellschaft dazu: Wir spüren, wie wichtig es ist, dass Paare sich Zeit füreinander nehmen. In einer reizüberfluteten und hektischen Welt verliert man sich sonst leicht aus Herz und Sinn. Wir spüren auch, wie sehr wir aufeinander angewiesen sind. Nach Jahrzehnten der Stabilität und Sicherheit merken wir: Wir gehören zusammen! Die Kirchen fügen hinzu: Und wir gehören zu Gott. Darum lautet das Motto von #einfachheiraten: „Eure Liebe. Gottes Segen.“
Dirk Schmid-Hornisch, Dekan, Bad Krozingen
