Und es geschah in der folgenden Zeit: Er wanderte von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und verkündete das Evangelium vom Reich Gottes. Die Zwölf begleiteten ihn und auch einige Frauen ... Sie unterstützten Jesus und die Jünger mit ihrem Vermögen. (Lukas 8, 1-3)

Wären Jesus und seine Freunde allein unterwegs, würden sie wahrscheinlich vergessen etwas zu essen. Oder ihnen würde das Geld ausgehen. Aber sie sind nicht allein. Einige Frauen sind bei ihnen. Die Frauen kümmern sich um Jesu Bedürfnisse, weil er sie wie wir alle hat. Er muss essen, seine Zehennägel kürzen, seine Ohren sauber machen, aufstoßen und nachts schlafen. Niemand predigt über das Aufstoßen Jesu. Die Körperlichkeit Jesu steht selten im Mittelpunkt unseres Interesses. Was schade ist in dieser Welt, in der nur Wenige ihre körperlichen Bedürfnisse vollständig befriedigen können. Ein körperloser Jesus kann Verbrechen gegen den Körper nicht glaubhaft verurteilen. Ein bedürfnisloser Jesus bietet Menschen wenig, deren leidende Körper ständiger Pflege bedürfen. Das Zensieren von Angaben zu seinem Körper verstärkt die Scham, die viele Menschen über ihren eigenen Körper empfinden. Das Herunterspielen seiner körperlichen Bedürfnisse unterbewertet das körperliche Leben und überbewertet das geistige Leben. Wir haben kein rein spirituelles Leben. Wir leben in und mit unserem Körper. Die Frauen um Jesus verstehen das. Während sein Körper atmet, kümmern sie sich darum. Und wenn er stirbt, gehen sie mit Salben ans Grab.

Philipp van Oorschot, Kirchzarten. Mit Dank an Mary Luti für die Inspiration (https://www.ucc.org/daily_devotional_needy_jesus)

Image by Peggy und Marco Lachmann-Anke from Pixabay

Das Licht der Weihnachtskugel

Wer am Nachmittag des zweiten Weihnachtstages am Fuße der Staufener Burg nach oben schaut wird eine lange Kette aneinandergereihter Menschen sehen, die sich auf den Weg gemacht haben.

Zum Weihnachtsfest im letzten Jahr konnten wir das beobachten, denn am späten Nachmittag feierten wir die Burgweihnacht in Staufen.

Wir hatten eingeladen und viele waren gekommen.

Die vorausgegangenen Weihnachtstage hatte ein jeder anders erlebt. Es waren Tage geheimnisvoller Freude, vielleicht Tage mit Enttäuschung, Wehmut oder Einsamkeit. Mit der Sehnsucht nach Gemeinschaft und der Hoffnung auf Frieden versammelten wir uns.

Weihnachten ist die Zeit des Schenkens, der großen und kleinen Geschenke, der Pflicht und Herzensgeschenke, manchmal auch der Hin- und Her- Geschenke.

Lieber Leser, stellen Sie sich vor am Weihnachtsabend liegt unbeachtet eine kleine, rote, strahlende  Weihnachtskugel auf dem Weg eines obdachlosen Mannes. Er hebt diese Kugel auf und schenkt sie einer Frau, die gerade das Kirchenportal verlässt.

Zögerlich nimmt die Frau die Kugel an,  und sie verweist darauf, dass sie sich nicht revanchieren kann.

Der obdachlose Mann geht weiter seines Weges und sagt, dass es schon gut so wäre wie es ist.

Die strahlende Kugel liegt in der Hand der Frau, sie nimmt die Kugel mit nach Hause und schenkt sie ihrem kranken Mann.

Seine Augen leuchten auf und er freut sich sehr über das neue Licht in der Stube. Da hängt die Frau die Kugel an das Fenster, damit alle sie sehen können und sich daran freuen.

Es kommt schon vor, dass auch wir ein Geschenk erhalten, oder wir verschenken etwas und es gibt oder kommt kein Gegengeschenk!

Aber das ist ja auch nicht der Sinn des Schenkens. Schenken wir denn nicht aus Freude?

Egal ob einer einzelnen Person oder an viele Personen gerichtet, wir schenken mit  Liebe und diese Liebe vermehrt sich.

„So sehr hat Gott die Welt geliebt, das  er seinen einzigen Sohn sandte, auf das alle, die an ihn glauben nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.“

Das Glück des Beschenkten gibt er weiter an andere und so entsteht ein großer Kreislauf der Liebe und des Glücks.

Denken wir zurück an die strahlende Weihnachtskugel. Mit ihr wurde Liebe und Freude weitergegeben und vervielfältigt, lasst uns darauf achten, dass auch wir jeden Tag Liebe und Freude weitergeben und vermehren.

Es bereichert uns das Gute im Leben zu wählen und zu leben, die Schöpfung Gottes zu achten und sorgsam mit ihr um zugehen.

Das Vorbereitungsteam für den Burggottesdienst verschenkte an diesem Abend auch leuchtende Weihnachtskugeln und gab den Gottesdienstbesuchern  ein Licht mit auf den Heimweg.

Gott erleuchtet uns auf unserem Weg, er liebt uns und leitet uns, wir müssen es nur zu lassen und es mit Freude weitergeben.

 

Marion Geiger

" Verrat. Verbrechen. Vergebung ?"

mit Musik von Bea und Paul, Theater, Interview und vielem mehr.....