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Bezirkskirchentag 25 Gemeinsam Kirche gestalten ekiba32 - kirche.zukunft.gestalten

 

„Frei und unabhängig bin ich, wenn ich machen kann, was ich will.“ - Das lese ich in einem Post in den sozialen Medien. Aber ist das wirklich so? Ist das wirklich Freiheit? So gesehen ist z.B. ein Obdachloser sehr frei und unabhängig. Er kann seine Wege frei wählen. Wie er will, kann er seinen Tag gestalten. Er kann im Freien schlafen, muss keine Miete zahlen. Er muss auch auf niemanden Rücksicht nehmen. Er muss in keine Schule gehen und sich nicht ständig mit nervtötenden Lehrern herumschlagen. Er muss sich nicht über anstrengende Arbeitskolleginnen ärgern oder auf einen übergeordneten Chef hören. Er muss keine „148 Mails checken“, um „die Welt zu retten“ (Tim Bendzko). Er hat keine Uhr, aber ganz, ganz viel Zeit. Wow, das ist Freiheit, oder?

Dass das wenig mit Freiheit zu tun hat, zeigt folgende Begebenheit: Ein Obdachloser bittet an der Haustür eines Pfarrers um Brot und Kaffee. Die Tür steht ihm offen. Er bekommt etwas zu essen und sein erhofftes Heißgetränk. Der Obdachlose und der Pfarrer kommen ins Gespräch. Der kleine vierjährige Sohn des Pfarrers steht hinter seinem Vater. Etwas ängstlich beobachtet er den ungepflegten Mann mit seinem wilden Bart. Der Obdachlose sieht den kleinen Jungen, wie er sich immer wieder am Vater festhält. Irgendwann steht der verwahrloste Mann auf und will aufbrechen. Als er geht, rollt ihm eine Träne in den Bart. Er schaut den kleinen Jungen an und sagt: „Junge, du hast es gut. Du hast einen Vater und ein Zuhause. Und das hab´ ich nicht.“ - Der Pfarrer war ich und der Junge mein damals kleiner Sohn Silas.

Absolute Unabhängigkeit gibt es nicht. Die Frage ist vielmehr: Welche Abhängigkeit wählst du? Echte Freiheit, so sagt Jesus, gibt es nur in Abhängigkeit und Beziehung zu ihm selbst. Er macht wirklich frei. Wenn du dich an den Papa im Himmel bindest, erlebst du eine Freiheit, in der du geborgen bist. Stelle dir doch einmal die Frage: „Bringen dir deine Abhängigkeiten (z.B. vom Applaus anderer, von deiner Sucht nach Anerkennung…) mehr Freiheit und Geborgenheit oder fesseln sie dich in negativer Weise?“ – Mach´dich an diesem Papa im Himmel fest, der sich in seinem Sohn Jesus auf einzigartige Weise vorgestellt hat, und du erlebst, was es heißt, geborgen und frei zu sein. Du wirst merken, dass es auch in geistlicher Hinsicht stimmt, was der Obdachlose damals zu meinem Sohn Silas sagte: „Du hast es gut. Du hast einen Papa im Himmel und ein himmlisches Zuhause.“

- Pfarrer Thilo Bathke, Gemeinde Neuenburg -


(Bild: KI generiert)

 

Die Vision betreten

Wie ein Land,

in dem es sich leben lässt.

 

Den Fuss setzen ins Unbekannte.

Den einen Schritt wagen

Mit dem jeder Weg beginnt. (Tina Willms)

 

Trotz aller Trauer den Schritt auf Ostern zu wagen.

Das ist unser gemeinsamer Weg an den Nachmittagen, an denen wir unsere Traurigkeit teilen, das Unfertige beklagen und dennoch weitergehen (müssen).