Pfingsten - Geburtstagsfest der Kirche. Welches Bild von Kirche haben Sie?
Ich habe das Bild von der Kirchengemeinde als einer Herberge.
Es ist für mich ein schönes Bild und es passt auf unsere volkskirchliche Lage, wie ich meine, sehr gut. Denn es geht heute darum, dem Glauben fremd gewordene Frauen und Männer, Alte und Junge, den menschenfreundlichen Gott nahe zu bringen. Den Gott, der Mensch wurde, um Menschen aus ihrer Entfremdung zu befreien und Freundschaft mit ihnen zu schließen, Freundschaft unter ihnen zu ermöglichen, den neuen Weg des Friedens zu zeigen, den Weg Jesu Christi.
Eine Herberge ist ein gastfreundliches Haus. Hier wird geboten, was wir brauchen: Brot, Nahrung, Hilfe, ein Dach über dem Kopf, vielleicht ein kleines Glück auf dem langen Weg durch unser Leben. In jedem Fall werden in einer guten Herberge Fremde zu Freunden, finden einen Rastplatz, fühlen sich angenommen so wie sie sind.
So soll es auch in der Gemeinde sein. Aus Fremden werden Freunde im Chor, im Frauenkreis, in der Jugendgruppe, beim Kirchencafe. Viele Menschen bleiben bei uns „hängen“, das ist gut und notwendig für die Gemeindearbeit. Viele kommen aber auch, nicht um sich dauerhaft zu engagieren, sondern um Gottes Hilfe zu erbitten auf dem schweren Weg des Abschiednehmens von einem lieben Menschen oder auch um ein Kind taufen zu lassen. Auch das ist gut und richtig. Für die verschiedenen Wünsche und Bedürfnisse der Menschen muss Raum sein in unserer Gemeinde wie in einer guten Herberge. Alle müssen sich zu Hause fühlen können, Lebensbrot und den Kelch des Heils zu sich nehmen können.
Es gibt Räume, in denen Menschen auftanken können und Atem holen. Wie in einer guten Herberge kann man bei uns ausruhen, zu sich kommen.
So stelle ich mir Kirche vor. Und Sie?
Gesegnete Pfingsten!
Dirk Schmid-Hornisch, Pfarrer und Dekan, Bad Krozingen
Paul Gerhardt zählt zu den bedeutendsten Liederdichtern der evangelischen Kirche. Seine Texte sind bis heute lebendig – voller Vertrauen, Trost und Hoffnung im Wirken des Heiligen Geistes. Gerade an Pfingsten, dem Fest der Erneuerung und der Kraft Gottes, entfalten seine Worte eine besondere Tiefe.
Darüber hinaus steht das Jahr 2026 ganz im Zeichen des 350. Todestages des bedeutenden Barock-Kirchenlieddichters Paul Gerhardt († 27. Mai 1676). Bundesweit erinnern zahlreiche Gottesdienste, Konzerte und Mitmachaktionen an sein Leben und Wirken.
Wie klingen diese alten Lieder heute? Welche Botschaft tragen sie für unseren Glauben?
Herzliche Einladung zu einer besonderen Veranstaltung rund um Paul Gerhardt, Vortrag und Gespräch:
Paul Gerhardt, der streitbare Dichter
Mi. 17.06.2026, 10:00 bis 11:30 Uhr
Hybrid-Veranstaltung: Teilnahme online oder in Präsenz möglich.
Die Lieder Paul Gerhardts sind Klassiker.
Über Jahrhunderte hinweg erbauen sie die Herzen von Menschen. Viele wissen aber nicht, dass sich der Dichter dieser Lieder seine lutherischen Überzeugungen einiges kosten ließ.
Referent: Prof. Dr. Alexander Bitzel, Gemeindepfarrer in Frankfurt a.M., Professor für Kirchengeschichte
Weitere Infos zu dieser Veranstaltung finden Sie hier
Wenn sich die erwachsenen Kinder nicht mehr melden, selbst an Feiertagen und an Geburtstagen kein Lebenszeichen mehr kommt, wenn Briefe ungeöffnet zurückkommen und so gar nicht klar ist, warum, dann stehen die betroffenen Eltern verletzt und gekränkt vor vielen Fragen: Hätten wir etwas anders machen können? Warum nur bei uns? Haben wir etwas falsch gemacht? Was wird aus unseren Enkeln?
Auch im privaten Umfeld wird geschwiegen oder die Eltern machen die Erfahrung, dass sie auf Unverständnis stoßen oder selbst von den engsten Freunden kluge Ratschläge bekommen. Viele ziehen sich aus Scham zurück, weichen aus, wenn nach den Kindern gefragt wird, und fühlen sich zunehmend isoliert. Unsere Gesprächsgruppe ist ein Angebot, über die eigenen Verlustgeschichten zu sprechen. Davon sind mehr Menschen betroffen, als man ahnt. Vielleicht gelingt es, die eigene Sprachlosigkeit zu durchbrechen und gemeinsam zu entdecken, was trotz allem das Leben doch lebenswert und schön macht.



