Falls auch Sie jeden Tag mit dem Auto unterwegs sind – zur Arbeit und retour, zum Einkaufen, zum Kinder ins Turnen fahren: Wie oft geht es bei Ihnen rund? Bei mir liegt nur ein einziger Verkehrskreisel auf der täglichen Strecke. Aber er hat mindestens 14 nahe Nachbarn, die ich auf meinen Wegen durch den schönen Kooperationsraum „Blauenblick“ ebenfalls oft durchfahre. Und jedes Mal wundere ich mich auf´s Neue, dass der Verkehr im Kreisel rund läuft. Gut – schnell ist man bei dem Gekurve nicht unterwegs. Dafür aber mit erstaunlich viel Vertrauen.
Ich warte an der Kreisel-Zufahrt darauf, in die Rundung einbiegen zu können. Von links nähert sich ein flotter Sprinter. Sein Richtungsanzeiger blinkt rechts: Meint die Person am Steuer das ernst? Wird das Fahrzeug den Kreisel tatsächlich verlassen? Kann ich es wagen, Gas zu geben und loszufahren?
Oder ist die Person am Sprinter-Steuer vielleicht eine vergessliche Person, die schon vor drei zurückliegenden Kreuzungen rechts blinken musste, danach aber überhört hat, dass der Blinker nicht wieder in seine Ausgangsstellung zurückgeschnappt ist, so dass er jetzt munter Kilometer für Kilometer vor sich hin blinkt, was mit der gerade aktuellen Richtung, die er anzeigt, nichts, aber auch gar nichts zu tun hat?
Da bleibe ich doch lieber stehen, als dass ich mich in die Gefahr begebe, mit dem von dieser vergesslichen Person gesteuerten Sprinter zusammenzustoßen.
So komme ich nie voran. Was bleibt mir also Anderes übrig: Ich muss drauf los vertrauen, dass mein Mitmensch im Straßenverkehr ernst meint, was sein Blinker anzeigt. Und auch sonst bitte alles richtig macht.
Ist das nicht erstaunlich? So ein Vertrauensvorschuss? Im Kreisverkehr ebenso wie an der Ampel oder in der Fahrspur neben der Autobahn-Zufahrt: Ich verlasse mich darauf, dass die anderen Verkehrsteilnehmenden sich an die Regeln halten.
Dabei gibt es ja durchaus erschreckende Gegenbeispiele – Menschen, die ihre Fahrzeuge gezielt als Mordwaffe einsetzen. Wer ein Volksfest besucht, braucht enorm viel Vertrauen, zumindest darauf, dass die Poller an der Zufahrt im Notfall dem Angriff standhalten.
Von diesen Horrorvorstellungen abgesehen, vertrauen wir auch im Alltag mutig drauf los. Der Straßenverkehr käme zum Erliegen ohne unser geradezu blindes Vertrauen in wildfremde Menschen.
Am Steuer sitzend klappt das offenbar. Warum tun wir uns dann oft so schwer damit, an entscheidender anderer Stelle ebenfalls zu vertrauen?
Gott, der uns immer wieder seine Treue zugesagt hat, der uns kennt und liebt, dem begegnen wir häufig mit Skepsis. Meint er es wirklich gut mit mir? Kann ich mich auf seine Zusagen verlassen?
Wenn im Leben die Richtung unklar wird und wir Gottes „Blinker“ nicht sofort deuten können, zögern wir. Gegen unseren Zweifel hätten wir gern Garantien und Beweise.
Vielleicht lädt uns die nächste Autofahrt dazu ein, dieses Verhältnis einmal umzudrehen. Jedes blinkende Auto kann uns daran erinnern, wie viel Mut zum Vertrauen eigentlich schon in uns steckt. Wenn wir Fremden so viel zutrauen: Wieviel mehr dürfen wir dann darauf setzen, dass Gott uns nicht in die Irre führt. Wagen wir den Vertrauensvorschuss – nicht nur auf der Straße, sondern auch im Leben mit Ihm.
- Pfarrerin Britta Goers, Britzingen-Dattingen und Hügelheim -
Erntedankfeier in Buggingen thematisierte Herausforderungen der Landwirtschaft
Motto: "Es ist genug"
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher kamen am Sonntag zur traditionellen Erntedankfeier des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV) nach Buggingen. Der Gottesdienst auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Fröhlin wurde von Landesbischöfin Prof. Dr. Heike Springhart gestaltet.
Die Veranstaltung, die gemeinsam vom BLHV-Kreisverband Müllheim und der Evangelischen Kirche organisiert wurde, richtete sich an landwirtschaftliche Familien ebenso wie an die breite interessierte Öffentlichkeit.
Neben dem Dank für die diesjährige Ernte standen auch die aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft im Mittelpunkt. Vertreter des BLHV machten auf die schwierige Situation vieler Betriebe aufmerksam. Nach einem vielversprechenden Frühjahr hätten insbesondere die anhaltende Hitze, Dürre und Trockenheit während der Sommermonate viele Landwirtinnen und Landwirte vor große Herausforderungen gestellt.
Die Ernte habe in zahlreichen Regionen deutlich früher als üblich begonnen. Gleichzeitig zeigten sich je nach Anbaukultur und Standort erhebliche Unterschiede bei den Erträgen. Die Erntedankfeier bot damit nicht nur Raum für Besinnung und Gemeinschaft, sondern auch für den Austausch über die gegenwärtigen Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft.
Weitere Infos zum Gottesdienst auf der Website des BLHV
Fotos: Gert Schladebach
Notfallseelsorge ist ein ökumenisches Angebot der Kirchen in Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen.
Ehrenamtliche Notfallseelsorger*innen und Kriseninterventionshelfer*innen stehen Menschen bei, die sich in einer akuten Krisensituation (z.B. durch einen Unfall oder durch Verletzung und Tod von Angehörigen) befinden.
Die kirchliche Notfallseelsorge und der Malteser Hilfsdienst stellen ein kooperatives Einsatzteam für den Stadt-/Landkreis Freiburg/Breisgau-Hochschwarzwald zusammen. Für diese wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe werden Menschen zwischen 25 und 65 Jahre gesucht, die bereit sind, anderen in akutenNotsituationen beizustehen.
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