Auch in diesem Jahr stehen wir vor der Frage, wie Kirche unter sich verändernden Bedingungen handlungsfähig bleiben kann und wie Kirche von morgen aussehen könnte. Diese Fragen waren auch Thema der Pfarrkonferenz im Januar. Es ging darum, Erfahrungen zu teilen, Perspektiven auszutauschen und gemeinsam nach tragfähigen Wegen zu suchen.
Inmitten dieser Fragen richtet der Wochenvers der ersten Woche im Februar den Blick auf eine Zusage: „Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ (Jesaja 60,2). Der Vers verschweigt die Dunkelheit nicht. Er nimmt ernst, dass Unsicherheit, Ermüdung und offene Fragen Teil der Wirklichkeit sind. Gerade in diese Situation hinein wird zugesagt, dass Gottes Licht Orientierung schenken will, nicht als fertige Lösung, sondern als Gegenwart, die den Weg erhellt.
Orientierung kommt nicht allein aus Analyse und Planung, sondern auch aus dem Vertrauen, dass Kirche nicht allein von unserem Tun lebt. Für unser gemeinsames Kirche-Sein ist das eine entlastende und zugleich herausfordernde Zusage. Kirche ist nicht zuerst das Ergebnis unserer Anstrengungen, Konzepte oder Strukturdebatten. Sie lebt davon, dass Gott selbst gegenwärtig ist – in unseren Planungen, unseren Meinungsverschiedenheiten, in dem, was uns sorgt.
Gemeinsam Kirche gestalten heißt, Verantwortung zu teilen, Unterschiedlichkeit auszuhalten und Entscheidungen gemeinsam zu tragen. Gottes Gegenwart ist dabei kein Gegenpol zu sachlicher Diskussion, sondern der Rahmen, in dem Zusammenarbeit gelingen kann. Wo wir so unterwegs sind, wird Kirche mehr als Organisation: Sie wird Raum für Hoffnung. Die Zusage aus Jesaja erinnert daran, dass Orientierung wachsen kann - nicht trotz, sondern mitten in unseren Fragen. Und dass Kirche dort Gestalt gewinnt, wo Menschen sich gemeinsam auf den Weg machen.
- Franziska Grausam, Jugendreferentin im bezirklichen Dienst -
Wodurch bekommst Du Hoffnung?
„Atme in uns, Heiliger Geist, brenne in uns, Heiliger Geist, wirke in uns, Heiliger Geist, Atem Gottes, komm!“, sangen die Menschen im Abschiedsgottesdienst für Pfarrerin Daniela Hammelsbeck.
… Und dann ging das Licht aus! Dunkel. Eine finstere Kirche.
Daniela Hammelsbeck trat vor den Altar, langsam wurde es etwas heller, und sie sprach:
„Hoffnung lebt von Geschichten, Geschichten über Hoffnung, die dann auch in anderen Hoffnung wecken können.“
Dann erzählte die Pfarrerin über Beispiele aus ihrem Leben, die ihr Hoffnung gegeben haben und eine Geschichte aus ihrem beruflichen Kontext in Köln, wo sie viele Jahre mit Frauen gearbeitet hat, die Gewalt und Missbrauch erfahren haben. Dieser Teil berührt (mich) besonders.
Sie hat mit diesen Frauen gemeinsam Gottesdienst gefeiert und hat sie seelsorglich begleitet. Und bei allen diesen Frauen hat sie "einen Kern im Überleben gefunden".
„Dieser Kern war manchmal tief verborgen, manchmal zart, aber er war da, trotz Allem“, so Daniela Hammelsbeck. „Diese Frauen sind mir zu Hoffnungsträgerinnen geworden“.
Wenn ich darüber nachdenke, gibt es doch Einiges, was mich hoffen lässt. Auch Daniela Hammelsbeck zählte Manches auf:
„Ehrenamtliche machen mir Mut.“ Sie erwähnte die viele Zeit und Energie, die Ehrenamtliche aufbrächten sowie das vielfältige Wissen und die große Freude, die sie einbrächten, z.B. junge Teamer*innen für die Arbeit mit Konfirmand*innen. Insbesondere in der Coronazeit habe das vielen Eltern Hoffnung gegeben, da ihre jugendlichen Kinder nicht im Stich gelassen wurden.
Und sie erwähnte auch den ersten Bezirkskirchentag, der Ende Mai 2025 stattgefunden hat, als wir morgens aufstanden und bei Regen die letzten Züge für diesen großen Tag vorbereitet hatten, Grau in Grau – mit wenig Hoffnung auf viele Gäste oder gar einen besonderen Tag, wie so lange erwartet und intensiv vorbereitet. Und dann - wider Erwarten – fünf Minuten vor Beginn des Eröffnungs-Gottesdienstes stoppte der Regen endlich. Der Himmel riss auf, es wurde hell und der restliche Tag entpuppte sich als trocken und wunderbar für einen großartigen Event im Freien.
Und dann passierte etwas Außergewöhnliches im Abschiedsgottesdienst am 30. Januar, was die spezielle Stuhl-SETZUNG, nicht -REIHUNG erklärte. Daniela Hammelsbeck lud die Besucher*innen des Gottesdienstes dazu ein, sich in Gruppen über Ereignisse auszutauschen, die ihnen Hoffnung geben. Und die Menschen kamen ins Gespräch miteinander und erzählten sich ganz unterschiedliche, schöne Hoffnungs-Geschichten.
Daniela Hammelsbeck wurde nach über 30 Jahren kirchlicher Arbeit als Pfarrerin, Seelsorgerin, Bezirkskirchenrätin und Ehrenamts-Beauftragte der Landeskirche in Baden offiziell in den Ruhestand verabschiedet.
Dekan Dirk Schmid-Hornisch und fünf weitere enge Vertraute erteilten ihr den Segen und verlasen Fürbitten.
Der Dekan hielt eine wertschätzende Rede, die die Überschrift „Ping-Pong“ tragen könnte und spielte dabei unter Anderem auf die Vize-Weltmeisterin Daniela Hammelsbeck im Tischtennis (Ping-Pong-Parkinson, deutschlandweiter Verein) an und betonte, dass sie in unserem Kirchenbezirk als „Weltmeisterin aller Klassen“ fungierte und durch ihre wunderbare Teamarbeit, ihr Engagement für die Zukunftsentwicklung der Kirche und noch Vieles mehr als „Mitspielerin Gottes und der Menschen ein Zeichen gesetzt“ habe.
Zum Schluss warb Christine Spanninger, Geschäftsführerin Diakonie Breisgau-Hochschwarzwald, noch für die sogenannten Behördenlots*innen, ein besonderes Projekt, für das die Kollekte an diesem Abend bestimmt war.
Ein schöner Ausklang fand die Verabschiedung bei einem Empfang im Gemeindesaal nebenan mit persönlichen Beiträgen von haupt- und ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen.
*Zitat Daniela Hammelsbeck im Gottesdienst am 30.01.26.
- Valentinsgottesdienst in Schliengen – Ein Fest der Liebe für alle
Schliengen. Am Sonntag, 8. Februar 2026 um 10.15 Uhr lädt die evangelische Kirchengemeinde herzlich zum Valentinsgottesdienst in die Prälat Johann Peter Hebel Kirche ein.
Unter dem Motto „Die Liebe hört niemals auf“ (1. Korinther 13,8) feiern wir die Liebe in all ihren Facetten – ob als Paar, Familie, Freundeskreis oder allein. Jeder ist willkommen, der die Liebe als Geschenk des Lebens würdigen möchte.
Freuen Sie sich auf:
Liebeslieder der bekannten Sängerin Nadine Dreher,
ein kleines Liebesquiz im Gottesdienst,
und im Anschluss eine festliche Runde mit Hochzeitstorte (bitte nicht zu viel frühstücken 😉), dazu Kaffee, Tee oder ein Glas Sekt.
Genießen Sie einen Vormittag voller Musik, Freude und Segen – ein Fest für Herz und Seele!
Kommen Sie vorbei und feiern Sie mit uns die Liebe.



