Dieser Psalmvers ist in meiner Bibel mit einer Jahreszahl gekennzeichnet. Nachdem ich in an meinem vorherigen Wirkungsort als Pfarrerin im Gottesdienst von meinem Entschluss erzählt hatte, noch einmal meinen beruflichen Wirkungsort zu wechseln, war ich im November 2022 bei meinen alljährlichen Schweigeexerzitien, damals auf dem Schwanberg in Bayern. Der Schwanberg liegt auf einem Kegelberg, oben Wald, den ganzen Hang ringsum Reben. Es waren neblige, triste Tage.
An einem dieser Tage bekamen wir morgens den Psalm 84 zum Lesen, Beten, Bedenken und Meditieren. Und mit diesen Worten im Herzen und im Kopf war ich dann nachmittags auf einen Spaziergang in den Weinbergen unterwegs. Ich bedachte die Worte „Der Herr ist mir Sonne und Schild. Er gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen“ und überlegte, was sie wohl bedeuten könnten. Da sah ich in einer Rebgasse Blumen blühen – im November – Malven- wie ich später herausfand - mit einem Schirm aus Blättern, ein Winzer hatte Gründung gesät und er war ob des milden Herbstes noch aufgegangen.
Als Mensch, der sich wegen Sonnenbrand immer sehr vor der Sonne schützen muss, aber selbstverständlich die Sonne und das Licht auch sehr liebt, wurde ich überwältigt von der Liebe und Zuwendung Gottes mit diesem Psalmvers. Dort heißt es: "Gott ist Licht. Er ist Sonne. Er schenkt sie uns, aber er sorgt auch für uns" – in meinem Fall mit einem Blätterdach, damit es nicht zu viel wird! Das war eine tolle Verheißung angesichts des bevorstehenden Wechsels von Wirkungs- und Wohnort. Und dann heißt es in diesem Vers weiter: „Er gibt Gnade und Ehre“. Dass man von Gott Gnade erhält, das habe ich schon oft gehört, bekannt, verkündigt und erlebt. Ja, durch Jesu stellvertretendem Tod am Kreuz wurde uns Menschen Gnade vor Recht erwiesen. Aber „Ehre“! „Ehre“ gebührt normalerweise Gott und nicht Menschen! – so dachte ich. Und dann hörte ich: Er gibt (mir!) Ehre. Wow! Und das Ganze gipfelt dann in dem Satz: „Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen!“
Was für ein Geschenk. Was für ein Glück. Was für ein Segen. Gott ist ein Herr über die ganze Welt, die sichtbare und die unsichtbare, die hiesige und die ewige, die irdische und die himmlische Welt. „Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen!“ Ihnen nicht und mir nicht! Bleibt mir nur noch dazu zu sagen: Amen – so sei es, am Kaiserstuhl, im Schwarzwald, im Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald!
- Pfarrerin Suse Best -
„Hab Seligkeiten in meinem Leben,
das mache ich mir tagtäglich klar.
Geglückte Zeiten, die wir erleben,
machen das Leben wunderbar.“
-Clemens Bittlinger-
Am Freitag, dem 8. Mai, erlebte die Ihringer Kirche ein außergewöhnliches musikalisches Ereignis: Der Liedermacher Clemens Bittlinger gastierte gemeinsam mit seinen Musikern im Rahmen des Programms Atem – Klang der Seele. Seit über 30 Jahren steht der Pfarrer und Liedermacher auch professionell auf der Bühne.
Die Kirche in Ihringen war gut gefüllt, und schon vor Konzertbeginn lag eine erwartungsvolle, warme Stimmung im Raum.
Der evangelische Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald durfte an diesem Abend Veranstalter von Clemens Bittlinger und Band sein.
🌟 Ein Ensemble, das Klangräume öffnet
Bittlinger wurde begleitet vom Schweizer Tastenvirtuosen David Plüss, der an diesem Abend nicht nur sein Können am Keyboard, sondern vor allem an der Orgel zeigte. Viele im Publikum staunten, wie selbstverständlich er die „Königin der Instrumente“ in das moderne Klangbild einband.
Für besondere musikalische Farben sorgte außerdem der exzellente Saxophonist Matthias Dörsam, dessen warme, klare Linien den Kirchenraum erfüllten. Ergänzt wurde das Ensemble durch David Kandert an Percussion und Gesang, der dem Abend zusätzliche rhythmische Tiefe verlieh.
🎶 Musik, die berührt – Texte, die tragen
Bittlinger führte mit seiner gewohnt humorvollen, zugleich nachdenklichen Art durch das Programm. Seine Lieder verbanden poetische Texte mit eingängigen Melodien, und immer wieder schwang die Einladung mit, innezuhalten, aufzutanken und sich berühren zu lassen.
Besonders eindrucksvoll war das Zusammenspiel von Orgel und Saxophon: Mal kraftvoll, mal zart, mal meditativ – stets aber so, dass die Musik den Kirchenraum in einen atmenden Klangkörper verwandelte.
🙌 Ein Publikum, das mitging
Die Besucherinnen und Besucher ließen sich schnell mitreißen: Es wurde begeistert mitgesungen, geklatscht und gelächelt. Die Atmosphäre war herzlich und getragen von echter Freude am gemeinsamen Erleben. Dass das Konzert eintrittsfrei war, tat der Großzügigkeit keinen Abbruch – die Spenden fielen reichlich aus und zeigten die Wertschätzung für diesen besonderen Abend.
🎁 Eine Zugabe, die nachhallte
Natürlich ließ das Publikum den Künstler nicht ohne Zugabe gehen. Bittlinger kehrte noch einmal auf die Bühne zurück und schenkte den Zuhörenden ein weiteres Lied, das den Abend stimmungsvoll abrundete und viele mit einem Lächeln nach Hause gehen ließ.
Fazit
Das Konzert von Clemens Bittlinger und seinem Ensemble war ein musikalisches Highlight, das die Seele berührte und die Kirche in Ihringen mit Klang, Wärme und Gemeinschaft erfüllte. Ein Abend, der noch lange nachklingt.
Text und Fotos von Miriam Ebner
MGL 1: Bad Krozingen, Ehrenkirchen-Bollschweil, Mengen-Hartheim, Wolfenweiler



