„Zusammen sind wir weniger allein!“

Das Motto der diesjährigen Woche der Diakonie in Baden „Zusammen sind wir weniger allein!“ verweist auf die große Bedeutung, die Zusammenhalt, Gemeinschaft und Verbundenheit für unser Gemeinwesen haben. Zwischen den Zeilen schwingt die Aufforderung an jeden und jede von uns mit: „Hab´ ein Auge drauf, wo für Mitmenschen das Alleinsein zur Last wird! Überleg´, was Du Hilfreiches dagegen tun könntest …!“

„Zusammen sind wir weniger einsam!“ – so hätte das Motto der Woche der Diakonie gut und gerne auch lauten und so noch ausdrücklicher aufnehmen können, was mittlerweile zu einem großen gesamtgesellschaftlichen Problem geworden ist: Einsamkeit nicht nur unter alten, auch und gerade unter jungen Menschen. Einsamkeit ist der Schmerz darüber: Da ist niemand, der mich kennt, erkennt, anerkennt; niemand, der mich wissen lässt: Es ist gut, dass es dich gibt; niemand, der mich braucht. Aber wer niemanden hat, droht, sich selbst zu verlieren.

Das Heilmittel gegen ungewolltes Alleinsein und Einsamkeit sind soziale Beziehungen. Seit jeher. Und so bezog sich Jesu heilendes Wirken nicht ausschließlich auf ein körperliches bzw. seelisches Gebrechen oder den Verlust eines Sinnes. Er vermochte, auch die sozialen Beziehungen zu heilen, half, Isolation, Einsamkeit und Stigmatisierung infolge von Krankheit zu überwinden und schenkte den Geheilten die Möglichkeit, wieder an der Gesellschaft teilzuhaben. 

Unsere Kirche und ihre Diakonie folgt Jesu Fußstapfen auch überall da, wo sie seinerseits handfest hilft, die Einsamkeit von Menschen aufzubrechen. Das geschieht unter dem Dach des Diakonischen Werkes Breisgau-Hochschwarzwald. Drei Beispiele …

Das Freizeitprogramm des Diakonischen Werkes gibt Menschen mit chronisch psychischen Erkrankungen am Wochenende die Chance auf bezahlbare Gemeinschaftsaktivitäten und Ausflüge, die soziale Teilhabe ermöglichen und psychische Stabilität stärken. Das Angebot hat dieses Jahr einen Fairways-Förderpreis des SC Freiburg bekommen – Glückwunsch!

Die Internationalen Frauengruppe in Neustadt – ein Angebot im Arbeitsbereich Flucht und Migration – bietet Frauen Raum zum Erfahrungsaustausch sowie die Möglichkeit, sich gegenseitig zu helfen, den Alltag in Deutschland besser zu meistern – von Formularen und Behördengängen bis hin zum Erlernen der Sprache, der Arbeitssuche und dem Aufbau neuer Kontakte.

Die Sommerfreizeiten und wöchentlichen Gruppenangebote der Diakonischen Initiative Hügelheim „unbehindert miteinander leben“ wirkt drohender Einsamkeit unter Menschen mit Handicap entgegen und ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe. 

Ein Segen – weiter so …!
 

- Rolf Kruse / Bezirksdiakoniepfarrer -

 

 

 

 

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