Bericht: Tagung der Bezirkssynode des Evangelischen Kirchenbezirks Breisgau-Hochschwarzwald

 

Die Synode des evangelischen Bezirksparlaments begann um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche in Ihringen.
Dekan Schmid-Hornisch und die Vorsitzende der Bezirkssynode, Ulrike Müller, führten durch den Gottesdienst.

Corinna Holst, Dekanats-Assistentin des Bezirks, wurde eingeführt und gesegnet.
Ulrike Müller, Vorsitzende der Bezirkssynode, wurde herzlich gratuliert zur Wiederberufung ihres Amtes als Prädikantin, das sie bereits seit 15 Jahren ausübt.
Philipp van Orschoot, Pfarrer in Kirchzarten-Stegen, wurde verabschiedet von seinem Amt als Dekanstellvertreter, was er beinahe sieben Jahre lang ausgeführt hatte. 
Das Thema im Gottesdienst war vor Allem „Danke sagen“. Zum Dank an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, hauptamtlich wie ehrenamtlich, wurde für jede und jeden eine Kleinigkeit ausgeteilt, ein Waschlappen mit aufgesticktem Spruch: „Sei behütet“.

Nach dem Gottesdienst begann die Tagung der Bezirkssynode im Gemeindehaus nebenan.

Themen waren folgende: 

  • Vorstellung der Kampagne #hoffnungsvoll von Vertreter*innen der Landeskirche in Baden
  • Ekiba 2032 – Gemeinsam Kirche gestalten
  • Bericht über den Partnerschaftsbesuch aus Kamerun/ Bui
  • Bericht der Landessynode/ Herbsttagung
  • Verschiedenes und Aktuelles: Hinweise auf Veranstaltungen und Fortbildungen im Rahmen der Erwachsenenbildung, für Ehrenamtliche und zum Thema „Fundraising“. 
  • Film über die letzten sechs Jahre – Einblick in die Aktivitäten der Gemeinden und im Kirchenbezirk

 

Herr Stefan Herholz (Pressesprecher und Bereichsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) und Frau Ruth Kasper (Leiterin des Sachgebiets Eventmanagement und Kampagnen in der Abteilung Kommunikation und Fundraising) des Evangelischen Oberkirchenrats (EOK) haben ihre neue Kampagne #hoffnungsvoll vorgestellt.
„Wir brauchen Hoffnung, die sichtbar und schön ist.“ (Zitat von unbekannt)
Die Kampagne zum Mitmachen ist an Gemeinden, Bezirke und Einzelpersonen gerichtet.
Herr Herholz und Frau Kasper werden Materialien zur Verfügung stellen, um für diese Kampagne zu werben und um sich analog und digital zu beteiligen.

Mitmachen kann man wie folgt: Mit Bildern, Texten, Videos per Social Media. 
Auch per Radio kann man Geschichten zum Thema „Hoffnung“ erzählen; was einem selbst Hoffnung bringt, über Geschehnisse, die passiert sind; Adresse: Radio Regenbogen. 
Es wird eine sogenannte Social Wall geben: ekiba.de/hoffnungsvollglauben
Adresse auf facebook/ instagram: #hoffnungsvollglauben

Im Rahmen des Strategieprozesses Ekiba 2032 wurde eine neue Geschäftsordnung, die die Neuordnung des Kirchenbezirks in den Kooperationsräumen widerspiegelt, beschlossen.

Dekan Dirk Schmid-Hornisch trägt gemeinsam mit Frau Conny Biedermann (Bezirkskirchenrätin) die neu erarbeiteten Leitsätze des Kirchenbezirks im Rahmen von Ekiba 2032 – Gemeinsam Kirche gestalten – vor.

Die Veranstaltungsreihe Gemeinsam Kirche gestalten mit mehreren Workshops im laufenden Jahr 2025 wurde gut besucht und rege mitgestaltet. Es ergaben sich viele gute Ideen für eine Kirche der Zukunft.
 

Hier einige Beispiele der neu erarbeiteten Leitsätze:

Wir arbeiten als Ehren-, Neben- und Hauptamtliche miteinander auf Augenhöhe.

Wir sind vernetzt: Kirche, Diakonie und Sozialraum.

Wir leben Vielfalt und sind inklusiv.

Wir sind experimentierfreudig.

Wir erreichen mit unseren Angeboten mehr bildungsferne Menschen.

Wir setzen auf Kooperation mit anderen Bildungsträgern.

Wir machen Bildungsangebote für alle Mitarbeitenden in unserem Kirchenbezirk.

Wir nehmen unseren diakonischen Auftrag sowohl professionell in Werken und Einrichtungen als auch ehrenamtlich in den Kooperationsräumen wahr.

Wir sind Vorreiterin der Inklusion.

Wir positionieren uns stärker zugunsten der Menschen, die unsere Stimme brauchen.

Wir suchen und bieten Raum für Austausch und Begegnung von Menschen

Wir hören zu, segnen viel und reden wenig.

Wir trösten, ermutigen und beten.

Wir schaffen mehr Gelegenheiten für Seelsorge.

Wir feiern mehr Gottesdienste im Sozialraum und weniger für eine kleine Kerngemeinde.

(Sämtliche Leitsätze finden Sie unten im Anhang als pdf.)


Herausforderungen für die evangelische Kirche im Allgemeinen werden sein: geringere Ressourcen und Austritte von Kirchenmitgliedern; Kirche wird für manche Menschen unglaubwürdig und Digitalisierung sowie demografischer Wandel schüren Veränderungen in der Gesellschaft.
„Deshalb braucht es fünf zentrale Handlungsfelder, die unverzichtbar sind: Bildung, Diakonie, Gemeinschaft, Seelsorge und Verkündigung“, so der Dekan. 
Die zentrale Frage dabei ist: Wo fehlt etwas in den Gemeinden bzw. Kooperationsräumen (Zusammenschluss mehrerer Gemeinden) in Bezug auf diese Handlungsfelder?

Deshalb sei eine „VERNETZTE Einheit notwendig“, so der Dekan. Und der Fokus muss sein: Was brauchen die Menschen? 
Wichtig ist auch, dass die Kirche sich durch Öffentlichkeitsarbeit ins Bewusstsein der Menschen bringt, die Menschen mitbekommen, was Kirche Gutes leistet. 

Besuch aus Kamerun, Bezirkspartnerschaft:
Pfarrerin Marika Trautmann, Partnerschaftsbeauftrage erzählte über den Besuch im Sommer im Bezirk, der von vielen Aktivitäten geprägt war. Frau Trautmann und andere Haupt- und Ehrenamtliche haben die Kameruner Partner*innen zu verschiedenen Gemeinden, ins Herzzentrum Bad Krozingen, in die Schweiz und nach Frankreich zu Ausstellungen und Kirchenführungen, zur Evangelischen Hochschule und anderen bedeutenden (Bildungs-)Institutionen geführt und ihnen ein breites Spektrum an (evangelischer) Kultur gezeigt.
Pfarrerin Trautmann wurde ebenso zur neuen Dekan-Stellvertreterin gewählt. Philipp van Orschoot gab dieses Amt nach sieben Jahren auf. 

Schuldekan Dirk Boch und Prof. Dr. Wolfgang Schmidt (Landessynodaler) berichteten über die wesentlichen Punkte der Landessynode/ Herbsttagung vom 19. Bis 23. Oktober in Bad Herrenalb.

Im Rahmen des Doppelhaushalts 2026/2027 wurden umfassende Sparmaßnahmen beschlossen, die jährlich Einsparungen von rund 150 Mio. Euro vorsehen. 

Zu den Maßnahmen gehören (Herr Dr. Schmidt):

  • Gebäudemanagement: Reduktion von Gebäuden und Stellen.
  • Kirchenbezirke: Zusammenlegung kleinerer Bezirke sowie Einsparungen bei Dekanen, Schuldekanen und Verwaltungsbüros.
  • Gemeinden: Ab 2028 werden die jährlichen Zuweisungen eingefroren (75 Mio. Euro bis 2032).
  • Kinder- und Jugendarbeit: Weitestgehend von Kürzungen ausgenommen.
  • Rücklagenentnahmen zur Haushaltsdeckung werden vorgenommen.

Die Zusammenführung von Verwaltungs- und Serviceämtern (VSA) bringt weitere Einsparungen, wofür eine Gesetzesänderung notwendig war. Eine Fusion tritt am 1. Januar 2026 in Kraft, die VSA Mitte und Nord folgen ein Jahr später.

Weitere Punkte (Schuldekan Boch):

  • Seelsorgebeauftragungen sind künftig bis 85 Jahre möglich, einmal verlängerbar; Beauftragte für Notfallseelsorge: Altersgrenze bei 65 Jahren; Beantragung auf Verlängerung bis 70 Jahre ist möglich.
  • Der Evangelische Oberkirchenrat (EOK) wird im Frühjahr wieder voll besetzt sein.
  • Inklusion 2.0: ist auch im Kirchenbezirk Thema. Die Diakonische Initiative soll wieder besser aufgestellt werden, Freizeitarbeit und Inklusion sollen gestärkt werden.
  • Geplant ist eine Jugendbildungsstätte in Baden, Standort noch offen.

 

Verschiedenes und Aktuelles: Hinweise auf Veranstaltungen und Fortbildungen im Rahmen der Erwachsenenbildung, für Ehrenamtliche und zum Thema „Fundraising“. 
Miriam Ebner, Beauftragte für Presse-/ Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising (KBZ Brsg.-Hochschwarzwald) wies insbesondere auf die Bedeutung des Fundraisings hin, was in Zeiten von geringeren eigenen, kirchlichen Ressourcen immer wichtiger wird.

Zum Schluss zeigte Karlheinz Brenn, stellvertretender Vorsitzender der Bezirkssynode und Kirchengemeinderat in Bötzingen, einen selbst produzierten Film über die letzten sechs Jahre verschiedenster Aktivitäten der Gemeinden und im Kirchenbezirk durch Haupt- und Ehrenamtliche; Feste, Gottesdienste, Bezirkskirchentag, Partnerschaftsbesuch usw. 

Die Synode schließt mit einem Reisesegen durch Pfarrer Sebastian Bernick (Gemeinde Ihringen).
 

Nächster Synodentermin: Samstag 14.03. 2026


Bericht: Miriam Ebner

 

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