WIDER DAS VERGESSEN
Erinnerungen in Wort & Musik. Es singt das Vokalensemble Weil am Rhein unter der Leitung von Silke Marchfeld
Sie wohnen mitten unter uns, sie sind unsere Nachbarn. Die Obstverkäuferin, der Mann mit den Atembeschwerden, die Jugendlichen mit dem weichen Akzent, die alte Frau, die nicht mehr gut hört. Menschen, denen wir jederzeit begegnen könnten. Im Supermarkt, im Restaurant, auf der Straße; in Orten wie Weil am Rhein, Haltingen oder Egringen. Was sie alle miteinander verbindet, sind Flucht und Krieg. Erinnerungen an die Bombardierung von Freiburg, an die Vertreibung von Königsberg über Dänemark bis nach Egringen oder der lange Weg von der Ukraine über Polen bis nach Haltingen. Sie erzählen uns ihre Biografien, sind lebende Mahnmale, Geschichte zum Anfassen. Sie helfen uns, nicht zu vergessen. Die Notwendigkeit dessen ist vielleicht größer denn je. Vergessen ist leichter, macht uns zuweilen blind. Erinnern ist unbequem, mitunter grausam, aber die einzige Chance zu bewahren: Demokratie, Toleranz, Frieden.
Die Autorin Uta Ruscher hat die Kriegs- und Fluchtgeschichten derer, die unter uns leben, angehört, notiert und neu zusammengesetzt. Silke Marchfeld und ihr Vokalensemble ergänzen, umspielen und vertiefen diese Texte mit Musik von Georg Friedrich Händel, Rudolf Mauersberger, John Lennon und anderen.
Das erste Konzert wird am Samstag, den 17. Oktober 2026, um 19.30 Uhr, in der Evangelischen Pauluskirche in Badenweiler aufgeführt. Weitere Konzerte gibt es am 18. Oktober 2026, 19.00 Uhr, in der Evangelischen Christuskirche in Rheinfelden und am 22. November, 17.00 Uhr, in der Reformierten Kirche in Möhlin/CH.
Auch diesmal wird das Ensemble von Miguel Pisonero am Klavier begleitet. Er stammt aus Toledo, ist international tätig und ständiger Pianist des Vokalensembles. Uta Ruscher, Autorin und Sprecherin, wurde in Berlin geboren, arbeitete vor allem für den Rundfunk und lebt heute in Basel.
Silke Marchfeld, geboren in Weil am Rhein, zeichnet sich durch eine rege internationale Opern- und Konzerttätigkeit aus, sie gastierte u.a. bei den Salzburger Festspielen, beim Schleswig-Holstein Festival, im Opernhaus Amsterdam und in der Tonhalle Zürich.
Der Eintritt ist frei. Um die Unkosten zu decken, wird um eine angemessene Spende für die kirchenmusikalische Arbeit gebeten.
