Erfüllende Erschöpfung

Wenn man nach zwei Wochen Jugendfreizeit mit 41 anderen Menschen nach Hause kommt, ist es erst Mal verhältnismäßig still. Man beginnt zu realisieren, was man in einer intensiven und turbulenten Freizeit immer wieder verdrängt hat. Ja, übermorgen geht der Alltag wieder los. Mit allem was dazu gehört. Die anderthalb Tage zwischen Ankunft in Breisach und Rückkehr ins Büro reichen da natürlich bei weitem nicht aus, um sich zu erholen. Wenn ich dann erschöpft im Büro ankomme und darüber nachdenke, warum ich Jahr für Jahr seit nun mehr 16 Jahren zuerst als Teilnehmer, später als Leiter auf Jugendfreizeiten fahre, fällt mir eine Antwort zu finden trotzdem nicht schwer.

Es sind einfach ganz besondere Momente, die eine Freizeit zu einem der schönsten Teile meiner Arbeit machen. Gemeinsam mit einem wunderbaren Team Programm planen und durchführen, gemeinsam Musik machen, aber auch viele sehr tiefgründige Gespräche werden mir auch in diesem Jahr in Erinnerung bleiben. Nicht zuletzt sind es auch die tollen Freizeitorte, wie in diesem Jahr das alte italienische Landhaus in der Toskana, die Freizeiten zu einem besonderen Teil meiner Arbeit machen. Auch deswegen kommt es nicht selten vor, dass ich angesprochen werde, ob das eigentlich auch Urlaub sei, da ich ja dort arbeite wo andere Urlaub machen. Denen sage ich dann gerne, dass sie doch einfach mal mitkommen sollen, um selbst die Erfahrung zu machen, wie es ist nach zwei Wochen intensiver Freizeit nach Hause zu kommen. Was für mich bleibt, ist das Gefühl der erfüllten Erschöpfung und die Gewissheit, viel bewegt zu haben und natürlich die Vorfreude auf das nächste Jahr, dann in Worms.

Oliver Münch, Gemeindediakon in Breisach

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