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Ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen. Das letzte Mal, als wir miteinander gesprochen haben, haben wir uns verletzt - mit Worten und mit Blicken. Seitdem sind einige Monate vergangen. Treffen wollen wir uns. Schauen, was ist da noch da. Ist unsere Freundschaft zu retten?

Wir sehen uns. Reden, lachen und die Blicke sind sanfter als damals. Und dann sprechen wir über unser letztes Treffen. Über die Verletzungen und was sie mit uns gemacht haben. Und gleichzeitig ist da Verständnis, Entschuldigung und Aufrichtigkeit – die Erkenntnis: Wenn wir weitermachen wollen, dann braucht es auch den Blick auf den Schmerz und die Verletzungen. Irgendwie scheint es, als könnten wir nur mit diesem Blick unsere Freundschaft wieder aufbauen.

Die Verfasser der Evangelien sprechen viel von Vergebung – in vielen Kontexten werden diese Verse immer wieder angeführt. Ich hatte lange Zeit meine Probleme mit dem Vergebungsbegriff, bis mir ein Professor an der Hochschule erzählt: Vergebung im neutestamentlichen Sinne bedeutet, auf Reue zu reagieren. Es braucht den Blick auf das, was passiert ist. Vergebung bedeutet also nicht, so zu tun, als wäre nie etwas passiert.

Mich erinnert dies auch an mein Lieblingsbild für das Leben – die japanische Tradition von Kintsugi. Unsere Verletzungen, unsere Wunden und unser Scheitern; sie gehören zu uns dazu. Sie sollen nicht aus unserem Leben radiert werden. Wenn wir sie sichtbar machen, dann kann es für uns auch wertvoll und kostbar werden. Dann kann es uns wertvoller und kostbarer machen -  vor anderen, vor uns und vor Gott.
Wenn dies gelingt, dann kann ich nur staunend beten:

Danke Gott, dass du hinschaust - aufrichtig. Dass du unsere Wunden vergebend mit Goldstaub umhüllst - und Freundschaften jeglicher Art wieder möglich machst. Amen.

Herzlich
Ihre Celina Häs, Diakonin im Schuldienst 

Nach fast 12 Jahren Dienst als Gemeindepfarrer in Ehrenkirchen-Bollschweil (und zuvor 24 Jahre in Umkirch) wird Pfarrer Fritz Breisacher am 16. Juni 2024 in den Ruhestand verabschiedet.

Im Rahmen eines festlichen Open-Air-Gottesdienstes (Beginn um 11 Uhr) wird ihm Dekan Dirk Schmid-Hornisch die Urkunde der Kirchenleitung überreichen. Der Gottesdienst wird feierlich umrahmt von einer musikalischen Combo (aus Musikern der Kirchengemeinde und einer Abordnung der Feuerwehr- und Winzerkapelle Ehrenstetten) sowie dem Kirchenchor der Gemeinde. Im Anschluss findet ein Empfang sowie ein Gemeindefest statt. Zum Gottesdienst wie auch zum Empfang und zum Gemeindefest lädt die Kirchengemeinde sehr herzlich ein.

Fritz Breisacher (66) stammt aus Bahlingen am Kaiserstuhl. Sein Lehrvikariat absolvierte er in Nassig-Sonderriet im Nordbadischen. Über Ispringen-Ersingen und Stühlingen-Wutöschingen führte ihn sein beruflicher Weg dann in den Breisgau. 1988 wurde er auf die Pfarrstelle in Umkirch gewählt. Die Kinder- und Jugendarbeit, die er dort aufbaute (Jungscharen sowie der Jugendkreis Heaventeens), war ihm ein besonderes Anliegen, ebenso die Entwicklung besonderer Gottesdienstformate wie den XXL-GottesEXTRAdienst für Ausgeschlafene, die Adventsaktionen „Krippe&Croissants“, Jungscharfreizeiten etc. Sein „Credo“: Gottesdienste in vielfältiger Gestalt sind der fröhliche, nachdenkliche, lebendige und menschenfreundliche Mittelpunkt und Herzschlag der Gemeinde. Man dürfe (Stichwort: Vergebung), könne (Stichwort: Ermutigung) und solle (Stichwort: Sendung) aufrechter und froher hinausgehen, als man gekommen sei. Dem habe die unterschiedlichste liturgische Gestaltung von Gottesdienstformaten zu dienen.

2012 wurde er zum Pfarrer von Ehrenkirchen-Bollschweil gewählt. Hier wie schon in seiner früheren Gemeinde war ihm die Ökumene ein Herzensanliegen, insbesondere durch die regelmäßige Feier von großen ökumenischen Open-Air-Gottesdiensten beispielsweise am Lorenzemärthock oder dem Kids-Cup. Im Ökumenischen Bildungswerk waren besondere Highlights die ökumenischen Wochenenden in St. Peter sowie die Rom- und Israelreise.

Ab Mitte der 90er Jahre war er Mitglied im Bezirkskirchenrat in Freiburg und seit der Errichtung unseres Kirchenbezirks 2007 bis heute Mitglied im Bezirkskirchenrat Breisgau-Hochschwarzwald. Von 1999 bis 2006 war er Dekanstellvertreter in Freiburg. Seit 2014 hatte er dieses Amt auch im hiesigen Kirchenbezirk inne. So war für ihn der Blick und die Mitverantwortung über den eigenen Kirchturm hinaus in den Bezirk und die Landeskirche eine Selbstverständlichkeit. Er war wesentlich an der digitalen Entwicklung der Pfarrbüros (Beratung und Schulungen) sowie am Entstehen der landeskirchlichen Webseite www.ekiba.de beteiligt. Er gehörte zum vierköpfigen Kernteam, das im Jahr 2020 das Projekt der mobilen Kirche Silberlilly und Ape Maria (www.silberlilly.de) entwickelte und ins Leben rief.

So war Innovation und Transformation kirchlicher Arbeit und gemeindlichen Lebens für ihn wesentlicher Teil seines ganzen beruflichen Wirkens. Angesichts der aktuellen Entwicklungen, die sich durch die Veränderungen in der Kirche, nicht zuletzt durch den Strategieprozess ekiba2032, darstellen, macht ihm die Geschwindigkeit, in der reduziert und transformiert wird, ein wenig Sorge. „Es gibt wenige Beispiele gelingender Transformation aus voller Fahrt heraus!“, meint er, verbunden mit der kritischen Rückfrage, die sich die Kirche immer stellen müsse, „wohin“ denn transformiert werden solle. Und: „Es ist ein wesentliches Merkmal christlicher Existenz, die Schwachen mitzunehmen und die Hochverbundenen nicht vor den Kopf zu stoßen!“

"Für Dich - Segen spüren, Taufe erleben" - unter diesem Motto lädt der Evangelische Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald zur Taufaktion ein. Sie findet am Samstag, 15. Juni 2024, von 13.30-18.00 Uhr in und um die Martin-Luther-Kirche, Am Felsenkeller 5 in 79232 March statt. Die evangelische Kirche lädt Interessierte ein, sich taufen zu lassen: Spontan, ohne große Vorbereitung, in 15 minütigen Feiern, über 4 Stunden lang. Ob mit Familie oder Freunden oder allein, jede und jeder ist eingeladen, sich oder sein Kind taufen zu lassen. In einem Gespräch vor Ort suchen die Menschen, die sich taufen lassen möchten, ihren Song aus, den eine Musikerin im besonderen Moment der Taufe singt und spielt. Auch die Entscheidung, ob die Taufe in der Kirche, am Bach oder im Garten gefeiert werden soll, wird vor Ort getroffen. Nach der Taufe gibt es die Möglichkeit, gemeinsam auf diesen besonderen Moment anzustoßen.

Mitbringen sollte man seinen Personalausweis und für ein Kind die Geburtsurkunde. Im Vorfeld können Sie sehr gerne bei Pfarrerin Marika Trautmann anrufen (Tel.: 01573 4488262). Sie beantwortet Ihre Fragen!