Vierschanzentournee. Haben Sie die ein bisschen verfolgt? Ich finde Skispringen irre. Ich würde mich für kein Geld der Welt so eine Schanze runterstürzen.

Allerdings hat dieser Sport eine faszinierende Geschichte. Wussten Sie, dass die ersten Skispringer noch wild mit den Armen ruderten, um weiter zu kommen? Später streckten sie die Arme aus. Dann nahmen sie sie eng an den Körper. Und dann kam Anfang der 90er Jahre dieser verrückte Jan Boklöv mit seinen v-förmig gespreizten Skiern.

„Das sieht total dämlich aus“, schimpften die Weitenrichter – und gaben Boklöv ganz schlechte Haltungsnoten. Das machte dem Schweden aber nichts aus. Der flog nämlich aufgrund der besseren Aerodynamik viel viel weiter als alle anderen und gewann trotz Punktabzugs.

Und was nehmen wir für uns mit?

Wer große Sprünge machen will, muss manchmal seine Einstellung ändern – auch gegen Widerstände. Viele Menschen halten ja an Traditionen fest, obwohl sie mit neuen Ideen wesentlich weiter kämen. Die rudern irgendwie noch mit den Armen.

Auch wenn die Kirchen oft als Hort der Traditionen gelten, den Mut zur Veränderung kann man schon bei Jesus lernen. Der war nämlich immer bereit, Dinge zu verändern, wenn dadurch das Leben gefördert wurde.

In diesem Sinn für uns alle: Guten Sprung ins neue Jahr!

Rainer Heimburger, Dekan im Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald

Weihnacht auf der Burg

Neblig und frostig war sie eingehüllt die Burg, erhellt durch unseren Kerzenschein, erfüllt durch das Brass Quintett Kiew Academy und unseren Gesang. Viele Besucher waren gekommen, um noch einmal ruhige und hoffnungsvolle Weihnachtszeit zu spüren.

Der kleine Engel Tiara war müde. Die Weihnachtstage lagen fast hinter ihr. Was hatte sie gesungen und gefeiert: Geburtstag. Und jetzt. Es fühlte sich fast ein wenig nach Katerstimmung an. Gut, sie hatten zu wenig geschlafen- und diese Feierlaune wich einer gewissen Ernüchterung.
Tiara schaute auf die Erde hinunter. Majestätisch schwebt sie da - wunderschön.
Zumindest so lange man nicht genau hinsieht, dachte Tiara als sie sich aufmacht vom Himmel auf die Erde.
Auf der Erde angekommen setzt sie sich auf ein kleines Mäuerchen. Sie spürt sie wieder, die große Leere - inmitten all der vielen Lichter und Kerzen ...
Denken wir mit Tiara an die vielen kleinen, besonderen Momente, die das Leben schreibt:
Menschen finden zueinander in dieser besonderen Zeit, Weihnachtsfrieden zu Kriegszeiten, denken wir an Menschen, die sich für Mitmenschen oder aber für die gute Sache einsetzen, Menschen, die auf Leid und Ungerechtigkeit aufmerksam machen, Menschen, die sich für den Erhalt unserer Erde einsetzen.
Es sind nicht etwa nur Tropfen auf den heißen Stein, nein es sind Inspirationen, Bewegungen und Anregungen, es sind Gründe, sich auf den Weg zu machen, es gibt viel zu tun und wir können ein Teil des Tuns sein.
Der Name Tiara kommt aus dem Indischen und bedeutet Engel der Zukunft, Weihnachtsengel wie Tiara brachten vor 2000 Jahren die Botschaft zu Maria, zu den Hirten und in die Welt: Frieden auf Erden… Es beginnt ganz klein…mit einem Kind…Was für eine Zukunft…
Es sind die wunderbaren Erlebnisse, die uns Hoffnung schöpfen lassen für die Zukunft, auch weit über die Weihnachtzeit hinaus. Es sind die Momente, in denen Gott nicht nur zur Erde, sondern zu uns kommt, diese Momente bewahren wir für alle Tage des Lebens und gerade dann, wenn die Hoffnung klein und angefochten ist.
Diese rührende Geschichte (hier in einer Zusammenfassung) hörten wir am 2. Weihnachtsfeiertag auf der Staufener Burg.
Neblig und frostig war sie eingehüllt die Burg, erhellt durch unseren Kerzenschein, erfüllt durch das Brass Quintett Kiew Academy und unseren Gesang. Viele Besucher waren gekommen, um noch einmal ruhige und hoffnungsvolle Weihnachtszeit zu spüren.
Eine menschliche Lichterkette zog sich nach dem Gottesdienst hinab ins Tal, ein jeder begleitet von einem kleinen Engel, Namens Tiara.

Marion Geiger

Stadtkirche Müllheim
Eintritt 12 € / 8 €

Anselm Grün, Dr. theol., geboren in der Nähe von München, ist Mitglied des Benediktinerordens und wohl einer der bekanntesten Ordensleute im gesamten deutschsprachigen Raum. Als Bestsellerautor hat er mittlerweile über 300 Bücher zu verschiedenen Themen veröffentlicht, Managerseminare und Vorträge auf der ganzen Welt prägen seine Arbeit. Bei allen Erfolgen ist der Benediktinerpater dem einfachen Lebensstil treu geblieben. Auch dadurch ermutigt er seine Zuhörer mit seinen Gedanken und Anstössen zu einem echten und authentischen Leben.

David Plüss, Musiker aus Zofingen, ist als Produzent, Komponist und Musiker ein fester Wert in der kirchlichen Musikszene. So schrieb er die Musik zum «Friedensmahl» anlässlich der 700-Jahr-Feier der Schweiz, veröffentlichte zahlreiche CDs, gibt Konzerte und begleitet seit vielen Jahren Pater Anselm Grün auch bei Veranstaltungen auf Kirchentagen.