Wochenspruch

Worte zum Tag

Ein leises Wort

31.01.2018

Monatsspruch für Februar 2018:

„Es ist das Wort ganz nah bei dir, in deinem Mund und in deinem Herzen, dass du es tust.“

Schulze-WegenerEin leises Wort. Vorsichtig. Sanft. Dahingehaucht. So kann Gott sein. Nicht mit Härte oder Allmacht, heiligem Zorn oder Forderung. Eher milde, werbend, anrührend. So liegt er uns in den Ohren. Es ist nur die Frage, warum ich Gott so selten höre. Dabei ist er nahe mit dem, was er schenkt und erwartet. Sein Wort ist in den Zehn Geboten klar zum Ausdruck gebracht. Und in den vielen Details zur Lebensgestaltung, die dem Dekalog folgen. Vielleicht hören wir sein Wort nicht, weil wir selbst zu laut sind.

Das Zarte geht rasch verloren in einer Welt, in der immerzu geredet, geplappert oder auch gebrüllt wird. Flüstertöne sind rar. Das Zarte geht auch verloren, wenn die glatte Lüge zur Wahrheit erklärt wird. Wahre Worte werden verdreht in „alternative Fakten.“ Da sei Gott vor!, sagte man früher manchmal und meinte, dass Gott sich dazwischen werfe möge mit seinem wahren und lebensspenden Wort. Das liegt in unseren Herzen, wie der Monatsspruch ausdrücklich sagt. Wenn wir das wollen und den eigenen Worten nicht zuviel Gewicht beimessen. Die vor uns liegende Fastenzeit mit dem Motto „Sieben Wochen ohne!“ bietet die Chance, einmal ganz bewusst auf seine Worte zu achten und selber all das laute Plappern zu vermeiden. Sieben Wochen ohne lautes Reden. Eine Bußübung, die für viele ein hartes Training sein könnte.

Gernot Schulze-Wegener, Pfarrer in Auggen

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