Wochenspruch

Worte zum Tag

Pray for us!

15.05.2016
Ephraim Kadala trägt ein blaues Band am rechten Handgelenk. Darauf steht der Name eines der 276 Mädchen, die vor zwei Jahren von der islamistischen Terrormiliz Boko Haram aus einer Schule im nigerianischen Dorf Chibok entführt wurden und die bis heute verschwunden sind. Die Armbänder hat «Mission 21» in einer Aktion 2015 als Zeichen der Solidarität verteilt.

Er ist Pastor und Friedenskoordinator der Ekklesiyar Yan'uwa a Nigeria (EYN), der «Kirche der Geschwister in Nigeria». Zur Zeit reist er durch Deutschland, hält Vorträge, predigt, trifft KirchenvertreterInnen. Auch bei der letzten Tagung der Landessynode war er zu Gast und berichtete über die großen Herausforderungen seiner Kirche. Seit Jahren terrorisiert Boko Haram die Menschen in Nigeria, besonders Christen und Christinnen, aber auch Muslime sind betroffen.

Pray for unsDas Ergebnis sind ungezählte Tote und Verletzte, zerstörte Kirchen, Schulen, Wohnhäuser und rund 2 Millionen Binnenflüchtlinge. Trotz der brutalen Gewalt hält die EYN an der christlichen Friedensbotschaft fest und verzichtet auf den Ruf nach Vergeltung. 2010 gründete sie zusammen mit muslimischen Partnern die «Christian and Muslim Peace Initiative» (CAMPI). Sie setzt sich für interreligiöse Verständigung ein, bietet Traumaworkshops an und gibt Kurse in gewaltfreier Konfliktlösung. «Die andere Wange hinhalten bedeutet nicht, sich mit Füßen treten zu lassen. Es ist ein Weg, unsere Widerstandsfähigkeit zu stärken. Es ist eine bewegliche Antwort auf die Steifheit der Gewalt.» erläutert Kadala.

Während der Landessynode haben wir Ephraim Kadala mehrfach gefragt: «Wie können wir euch helfen? Was können wir tun?». Und immer wieder sagte Ephraim Kadala: «Pray for us!». «Indem ihr für uns betet, identifiziert ihr euch mit uns – und das hilft!».

Wir haben es dann auch getan, während der Synodentagung: gebetet für die gepeinigten Menschen in Nigeria und für die Mitarbeitenden in den Friedenscamps. Holprig und unbeholfen klang das – angesichts des grausamen Leidens. Aber ich habe selten so intensiv erlebt, was das heißt: für andere zu beten. Pray for us: wir legen die Not der Menschen, ihre Verzweiflung, ihren Schmerz Gott ans Herz. Und bitten Gott um seinen Geist des Friedens und der Gerechtigkeit. Um seinen Geist des Trostes und der Versöhnung. «Pray for us» – der Ruf von Ephraim Kadala ist auch ein Pfingstruf!

Daniela Hammelsbeck, Pfarrerin in Müllheim

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